Starkes Schwitzen - Hyperhidrosis - Hyperhidrose

Starkes Schwitzen, auch Hyperhidrosis bzw. Hyperhidrose genannt, ist für Betroffene ein sehr unangenehmes Problem.

Das Schwitzen ist für den Organismus im Allgemeinen sinnvoll, um über die Verdunstung einen Temperaturausgleich vornehmen zu können. An Handflächen und Fußsohlen dient der abgesonderte Schweiß zudem der besseren Haftkraft beim Laufen beziehungsweise Zufassen.

Starkes Schwitzen kann an Stirn, Hals, Achselhöhlen, Handinnenflächen und Fußsohlen besonders ausgeprägt auftreten. Am häufigsten wird aber das exzessive Schwitzen im Achselbereich beklagt. Oft helfen weder Deosprays noch häufiges Waschen oder Wechsel der Kleidung. Bei wärmeren Temperaturen und bei Stress produzieren die Schweißdrüsen so viel Schweiß, dass die Kleidung in kurzer Zeit durchfeuchtet ist. Ganz zu schweigen von der Geruchsbelästigung.

Sehr starkes Schwitzen kann allerdings bekanntlich auch störend sein. Oft muss mehrmals am Tage die Kleidung gewechselt werden, was insbesondere im Berufsleben äußerst lästig und schlimmstenfalls gar nicht möglich ist. Neben der Geruchsbelästigung, die übrigens bei frisch ausgesondertem Schweiß noch nicht vorhanden ist, sondern erst durch Zersetzung bestimmter Stoffe entsteht, ist starkes Schwitzen in der Ausprägung der Hyperhidrosis bzw. Hyperhidrose besonders unangenehm. Diese kann auch ohne körperliche Belastung auftreten.

Die Hyperhidrosis (Hyperhidrose) kann vielerlei Ursachen haben, beispielsweise Hormon-Fehlregulationen, Nebenwirkungen von Medikamenten, Unterzuckerung, psychische Störungen oder Tumorerkrankungen.

Zuerst sollten Maßnahmen, die das starke Schwitzen eindämmen können, versucht werden. Dazu gehört, weniger zu rauchen und den Konsum von koffeinhaltigen Getränken zu verringern. Auch mit Deodorants kann versucht werden, sehr starkes Schwitzen zu vermindern. Wenn diese einfachen Möglichkeiten nicht helfen, kann nur eine der speziellen Therapieformen zur Bekämpfung der Hyperhidrosis Erfolg bringen. Daher sollte eine verstärkte Schweißproduktion in jedem Fall vorher ärztlich abgeklärt werden.

Eine Saugkürettage (Schweißdrüsen-Absaugung) als minimalinvasive Chirurgie oder Botulinumtoxin A-Injektionen können hier Abhilfe schaffen.

Ausführliche individuelle Informationen zur Hyperhidrosis (Hyperhidrose) und deren Behandlung erhalten Sie in einem persönlichen Beratungsgespräch in unserer Praxisklinik für Ästhetische und Plastische Chirurgie in München.


Ausführliche Informationen zu starkem Schwitzen - Hyperhidrose - Hyperhidrosis

Was kann gegen starkes Schwitzen getan werden?

Die vor 10 Jahren noch übliche Operation bestand im Heraustrennen der unter der Haut liegenden Achselhöhlen-Schweißdrüsen. Dabei wurde auch die Haut mit entfernt. Die Folge waren unschöne, teilweise die Armbewegungen behindernde Narben. Diese Methode wird heutzutage äußerst selten angewendet. Bessere Alternativen stehen heute mit der Technik der Fettabsaugung (Schweißdrüsen-Saugkürettage) oder der Anwendung von Botulinumtoxin A zur Verfügung.

Schweißdrüsen-Saugkürettage

Seit der Einführung der Fettabsaugung (Liposuction) wurde auch versucht, die im Fettgewebe dicht unter der Haut liegenden Schweißdrüsen mit dieser Technik „abzusaugen“, Das bedeutet, dass mit dem sonst zur Fettabsaugung benutzten Instrumentarium die Schweißdrüsen unter der Haut zerstört werden und diese damit keinen Schweiß mehr produzieren können.

Minor - Probe

Um das starke Schwitzen exakt zu lokalisieren, wird ein Schweißtest durchgeführt. Mit Jod und Weizenstärke verfärbt sich das betroffene Hautgebiet blau/schwarz und kann so vor der Behandlung markiert werden.

Operative Technik

Die Vorgehensweise entspricht vollständig der der Fettabsaugung. Nach örtlicher Betäubung des Areals in Tumeszenztechnik wird über einen 2-3 mm großen Hautschnitt eine spezielle Kanüle eingeführt und die Schweißdrüsen unter der Haut zerstört. Die kleine Hautstelle wird mit einem Faden wieder vernäht und ein Druckverband angelegt.

Verhalten nach dem Eingriff

Der Druckverband wird nach 2 Tagen entfernt. Danach können Sie auch wieder duschen. Der Faden wird nach 10 Tagen gezogen.

Worin besteht der Vorteil?

Vor allem darin, dass nur eine winzige Narbe resultiert, im Gegensatz zu den früheren Verfahren mit langen Narben. Sie sind sehr schnell wieder in der Lage, alle Tätigkeiten zu verrichten.

Gibt es Nachteile?

Möglicherweise sind nicht so viele Schweißdrüsen zerstört, so dass es nach einigen Wochen wieder zu einem, allerdings wesentlich geringeren, Schwitzen kommt. Dann lässt sich jedoch der Eingriff jederzeit wiederholen.

Botulinumtoxin A 

Botulinumtoxin A wird schon lange zur Behandlung des Schielens und von
Muskelerkrankungen und seit einigen Jahren für die Faltenglättung im Gesichtsbereich verwendet. Durch diese Anwendung ist die Substanz am meisten bekannt geworden. Seit einigen Jahren wird es aber auch als Wirkstoff gegen starkes Schwitzen (Hyperhidrosis, Hyperhidrose) angewendet.

Was ist Botulinumtoxin A und wie wirkt es?

Botulinumtoxin A ist eine Substanz, die die Freisetzung eines Botenstoffes zur Auslösung von Muskelkontraktionen blockieren kann. Botulinumtoxin A kann aber auch die Schweißproduktion hemmen. Dieser Effekt wird gegen starkes Schwitzen genutzt. Botulinumtoxin A blockiert den Nervenimpuls an den Schweißdrüsen. Dadurch wird weniger Schweiß abgesondert. Dieser Effekt hält ca. 6 Monate an.

Wie wird die Behandlung mit Botulinumtoxin A durchgeführt?

Diese Maßnahme stellt keine Operation dar, sondern ist ohne großen instrumentellen und zeitlichen Aufwand durchführbar. Die aufgelöste Substanz Botulinumtoxin A wird mit kleinen Spritzen und extrem dünnen Kanülen an multiplen Stellen in die Haut der Achselhöhlenregion infiltriert. Nach einigen Tagen erfolgt der Wirkungseintritt mit vermindertem Schwitzen.

Vorteil: Es ist eine kleine, jederzeit durchführbare Maßnahme. Patientinnen und Patienten berichten, dass die Infiltration nur geringe Schmerzen verursacht. Nachteil: Bei der Anwendung von Botulinumtoxin A wurden auch schon sogenannte Therapieversager, d. h. kein Eintritt der schweißhemmenden Wirkung, beschrieben. Bei Frauen muss sichergestellt sein, dass keine Schwangerschaft besteht. Nachteilig ist auch, dass diese Maßnahme nach einigen Monaten wiederholt werden muss.

Bitte beachten Sie:

Dieses Informationsmaterial kann ein sorgfältiges Beratungsgespräch und eine
patientenbezogene Untersuchung nicht ersetzen.

Über spezielle und individuelle Risiken, Einschränkungen und Möglichkeiten muß
der Operateur gezielt aufklären.

Jeder Patient sollte Risiken und Einschränkungen des Ergebnisses bei diesen
Operationen verstanden haben.


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