Lippenkorrektur und Lippenvergrößerung

Für die Korrektur und Vergrößerung Ihrer Lippen stehen sehr unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung. Die Vergrößerung des Volumens wird vornehmlich mit Fillern wie Hyaluronsäurepräparaten oder dauerhaften Füllmaterialien vorgenommen.

Alternativ kann auch eigenes Fettgewebe (Lipostructure) verwendet werden.

Soll eine überschmale Lippe vergrößert werden, kann die Zunahme des Lippenrots durch operative Techniken erreicht werden.

Ausführliche individuelle Informationen erhalten Sie in einem persönlichen Beratungsgespräch in unserer Praxisklinik in München.


Ausführliche Informationen über Lipostructure


Ausführliche Informationen zur
Lippenvergrößerung und Lippenkorrektur


Seit einigen Jahren wird von jungen Frauen zunehmend nach den Möglichkeiten einer Lippenvergrößerung gefragt. Dieser Trend, der in den USA begann, wird von den Medien verstärkt.

Die Lippen - an prominenter Stelle im Gesicht - stehen ebenso für Sexappeal, als auch für Sinnlichkeit. Deshalb sind viele Frauen, die schmale, kleine Lippen haben, unzufrieden. Zur Vergrößerung und Formung von Lippen werden sehr unterschiedliche operative Techniken durchgeführt.

Von Wichtigkeit ist die Entscheidung, ob das Lippenrot, d.h. die Ausdehnung der
Lippenhaut oder das Volumen der Lippen vergrößert werden soll. Bei der Vergrößerung des Lippenrots - zumeist das der Oberlippe- wird ein Streifen der angrenzenden Haut entfernt und die Lippenrothaut in den Defekt eingenäht. Dadurch wird die Fläche der Lippe größer, aber nicht das Volumen.

Wenn wir heute von Lippenvergrößerung sprechen, ist aber zumeist eine Zunahme des Volumens gemeint. Auch hierbei gibt es diverse Möglichkeiten.
Es kann unterschieden werden zwischen Lippenvergrößerung mit Eigengewebe oder künstlichen Materialien, zwischen Unterspritzungen und der Verwendung von festen Implantaten. Ein Teil der Implantate wird vom Körper wieder abgebaut, andere bleiben dauerhaft erhalten. Eine Vergrößerung kann an verschiedenen Stellen der Lippe durchgeführt werden. Zum einen an der Grenze zwischen Lippenrot und Lippenweiß – der Lippenkontur- oder zum Aufbau des Lippenrots.

Welche einzelne Methode Anwendung findet, muß nach Darstellung aller
Vor- und Nachteile gemeinsam mit Ihnen entschieden werden.

Nachfolgend werden die gebräuchlichsten Verfahren im Überblick geschildert.
Alle Techniken können ambulant durchgeführt werden. Die Betäubung besteht
in aller Regel in einer örtlichen Betäubung, wie sie ein Zahnarzt vornimmt.


Materialien, die gespritzt werden können

Hyaluronsäure

Hyaluronsäure ist ein viskoelastisches Gel, welches auch in der menschlichen Haut als eine Art Stützsubstanz vorhanden ist, jedoch im Alterungsprozess abgebaut wird. Hyaluronsäure läßt sich auch im Labor herstellen und steht so für eine Unterspritzung zur Verfügung.

Vorteil:
Es ist keine Testung erforderlich. Deshalb ist eine sofortige Anwendung möglich. Auch hierbei wird mit sehr dünnen Nadeln untergespritzt. Es läßt sich eine gute Modellierung erreichen. Alle Anteile der Lippe können vergrößert werden.

Nachteil:
Hyaluronsäure wird wie Kollagen vom Körper abgebaut, ist aber ebenso jederzeit nachspritzbar.


Kollagen

Kollagen ist ein Eiweiß, welches aus Kälberhaut gewonnen wird. Deshalb muß bei diesem, für unseren Körper fremden Eiweiß, zuvor ein Hauttest am Unterarm
durchgeführt werden, um mögliche allergische Reaktionen auszuschließen. Erst vier Wochen danach kann die eigentliche Unterspritzung im Gesichtsbereich erfolgen. Die Allergierate liegt bei unter 3%. Viel häufiger wird heute aber das zuvor beschriebene Material Hyaluronsäure verwendet.

Vorteil:
Die Handhabung ist einfach und setzt keine Operationssaalbedingungen voraus. Kollagen läßt sich gut verteilen und damit gut modellieren. Die Schwellungen im Lippenbereich sind wegen der sehr dünnen Injektionsnadeln weniger stark und weniger lang anhaltend. Es können alle Anteile der Lippe vergrößert werden.

Nachteil:
Kollagen wird allmählich wieder abgebaut. Dadurch wird das Lippenvolumen wieder geringer. Allerdings kann jederzeit nachgespritzt werden, um das Ergebnis zu erhalten.


Aquamid

Aquamid ist ein Polyacrylamidgel zur dauerhaften Unterfütterung von tiefen Falten, zum Ausgleich von Gewebedefekten und zur Lippenvergrößerung. Das transparente Gel Aquamid setzt sich aus 2,5% nicht partikulärem Polyacrylamid und 97,5% Wasser zusammen. Es wird vom menschlichen Gewebe gut toleriert und hält bis zu 9 Jahren nach Implantation sein Volumen. Reaktionen wie Entzündungen und Verhärtungen wurden aber auch schon beschrieben.

Aquamid wird nicht in, sondern unter die Haut injiziert.

Vorteil:
Die Dauerhaftigkeit.

Nachteil:
Material lässt sich nur operativ wieder entfernen. Auch nach Jahren ist das Auftreten von Rötungen und Verhärtungen möglich.


Artecoll

Artecoll ist ein Gemisch aus Kollagen und kleinsten Kügelchen (Microsphären) einer Kunststoffsubstanz, die Polymethylacrylat heißt. Die Biokompatibilität (Verträglichkeit) im Körper ist sehr hoch. Die Kunststoffkügelchen werden vom Körper als Fremdkörper erkannt und mit Bindegewebe umhüllt. Dadurch entsteht ein Teil des Volumens zur Lippenvergrößerung. Dieser Aufbaueffekt hält über Jahre an.

Vorteil:
Da Artecoll vom Körper nicht abgebaut wird, entsteht ein dauerhaftes Ergebnis. Die Effizienz von Artecoll ist sehr hoch. Die Handhabung ist einfach und setzt keine Operationssaalbedingungen voraus.

Der Kollagen-Anteil von Artecoll muß vor der Anwendung nicht getestet werden.
Damit ist die Substanz sofort verwendbar. Die Behandlung ist unauffällig. Sie können in aller Regel nach zwei Tagen Ihren Verpflichtungen nachgehen. Es besteht nur eine Schwellung. Sichtbare Veränderungen der Haut können überschminkt werden. Es sind alle Lippenregionen konturierbar.

Nachteil:
Es kann zu tastbaren oder auch sichtbaren Verhärtungen kommen. Ebenso wurden Veränderungen der Bewegungen der Lippen bei tieferen Injektionen beschrieben.


Operative Korrekturen

Eigenfettgewebetransplantation

Für Patientinnen, die keine fremden Substanzen zur Lippenvergrößerung möchten, ist eine Eigenfettgewebetransplantation (Lipofilling, Lipostructure ) geeignet. Das Fettgewebe wird von ausgewählten Körperstellen mit Hilfe einer Fettabsaugung entfernt, zentrifugiert und aufbereitet. Anschließend kann es mit einer Spritze in die Lippen transplantiert werden.

Vorteil:
Es wird körpereigenes Gewebe verwendet. Dadurch kann es zu keinen allergischen - und zu keinen Fremdkörperreaktionen kommen.
Auch das Transplantieren von größeren Mengen ist möglich.

Nachteil:
Diese Methode ist sehr aufwendig und muß unter Operationssaalbedingungen erfolgen. Ein hoher Volumenverlust kann nach kurzer Zeit erfolgen. Die Modellierbarkeit ist eingeschränkt und es kann selten zum Auftreten von Verhärtungen kommen. Es besteht oft die Notwendigkeit mehrerer Transplantationen.


Gore tex

Gore tex ist ein in der Medizin schon lange benutzter Kunststoff (Polytetrafluorethylen). Dies sind ungiftige Polymere, die für viele Implantate im menschlichen Körper Verwendung finden. Dieses Material wird nicht abgestoßen, es ist elastisch und weich.

Die Gore tex-Fäden werden durch kleinste Schnitte im Mundwinkelbereich eingebracht und an der Lippenrot-Lippenweißgrenze unter die Haut verlagert.
Dadurch ist ausschließlich diese - wenn auch wichtige Region der Lippe- zu konturieren.
Dieses Material wird von mir kaum noch verwendet.

Vorteil:
Ein wesentlicher Vorteil ist in der Dauerhaftigkeit zu sehen, da Gore tex nicht abgebaut wird. Der Eingriff ist in geübten Händen nicht schwierig.

Nachteil:
Der Eingriff ist unter Operationssaalbedingungen auszuführen. Die Lippe ist stark und längeranhaltend geschwollen. Gore tex und vor allem das sich darum entwickelnde Bindegewebe kann durch die Lippenhaut tastbar und in geringem Grad auch fühlbar sein. Das Gewebe um das Gore tex kann hart werden. Es ist keine Modellierung, wie bei Unterspritzungsmaterialen möglich.


Lippenlift

Teilweise auch schon bei jüngeren Menschen kann sich die Distanz zwischen Nase und Lippe vergrößern. Dadurch ist weniger Lippenrot zu sehen und beim Sprechen und Lächeln sind die Zähne nicht sichtbar.

Das jugendlichere Aussehen der Oberlippenregion und das Sichtbar werden von mehr Lippenrot kann, mit einem sogenannten Lift um beide Nasenlöcher herum, korrigiert werden. Zwischen Nasensteg, Nasenlöchern und Nasenflügeln wird ein kleiner Gewebestreifen entfernt. Dadurch verkürzt sich die Distanz zwischen Nase und Oberlippe. Die Oberlippe wird dadurch angehoben und es ist mehr vom Lippenrot sichtbar. Dann sind beim Sprechen wieder 2-3mm von den Schneidezähnen sichtbar, was für einen jugendlichen Mund spricht.

Der kleine Eingriff kann ambulant in örtlicher Betäubung durchgeführt werden.

Wegen der hornförmigen Gewebeentfernung wird dieser Eingriff im englischen auch „Bullhornexzision“ genannt.


Lippenvergrößerung

Bei schmalen Oberlippen kann auch eine Vergrößerung des Lippenrots erreicht werden, indem am Unterrand der Nasenflügel Haut und darunterliegendes Gewebe entfernt wird. Dadurch wird die Oberlippe angehoben, jugendlicher geformt und erscheint voller. Dies bedeutet aber keine echte Volumenzunahme. Um dies zu erreichen, müssen Unterspritzungstechniken zusätzlich zur Anwendung kommen.


Gewebeverlagerung aus dem Mundbereich

Der Vollständigkeit halber soll die Verlagerung von Schleimhaut aus dem
Mund in den Lippenbereich erwähnt werden. Diese Methode wird vor allem
wegen der schlechten Modellierbarkeit und der ausgeprägten Narbenbildung
im Mund sehr selten angewendet.


Transplantation von Hautgewebe oder Sehnengewebe

Wie bei Gore Tex-Fäden kann auch körpereigenes Gewebe in Form von Streifen aus der Haut oder dem Sehnengewebe verwendet werden.

Vorteil:
Eigengewebe ohne Fremdkörperreaktion.

Nachteil:
Zusätzliche Narben an der Entnahmestelle. Verhärtungen des Gewebes sind
möglich. Es ist keine Modellierung, wie bei Unterspritzungsmaterialen möglich.


Bitte beachten Sie:

Dieses Informationsmaterial kann ein sorgfältiges Beratungsgespräch und
eine patientenbezogene Untersuchung nicht ersetzen.

Über spezielle und individuelle Risiken, Einschränkungen und Möglichkeiten
muß der Operateur gezielt aufklären.

Jeder Patient sollte Risiken und Einschränkungen des Ergebnisses bei diesen
Operationen verstanden haben.


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